Money, Money, Money!

Puh, mein letzter Blogeintrag ist nun schon einige Monate her. Was ist also seitdem passiert? Habe ich etwa doch noch den ganz großen Coup gelandet und mich mit einem horrenden Online-Pokergewinn ins Ausland abgesetzt? Genieße ich schon jetzt das süße Leben und schlürfe Cocktails an meiner eigenen Poolbar?

Leider muss ich euch da enttäuschen. Meine ursprünglichen Pläne für dieses Jahr haben sich nämlich massiv geändert. Ich spiele zwar weiterhin regelmäßig Poker, allerdings haben sich meine Aktivitäten mittlerweile fast vollständig vom virtuellen zum realen Filz verschoben. Ich spiele auch nicht überwiegend Turnierpoker, wie ich es für dieses Jahr noch vorhatte, sondern konzentriere mich weiterhin auf’s Cash Game. In Angesicht zu Angesicht mit dem Gegner.

Vor ein paar Monaten ergab sich für mich nämlich der Zugang zu einer neuen Location, mit jeder Menge wechselnder Spieler. Gespielt wird NL200, und mir gelang es dort tatsächlich in kürzester Zeit einen hohen vierstelligen Profit zu erspielen. Seither versuche ich diesen Gewinn natürlich noch weiter auszubauen, ganz ohne HUD und Datenbank. So einfach es zu Beginn schien, habe ich zwischenzeitlich jedoch auch herbe Rückschläge einstecken müssen. Zeitweise hatte ich nämlich einen immensen Downswing, der mich ungefähr die Hälfte meines Profits gekostet hat. Aktuell bin ich allerdings wieder im Aufwind und guter Dinge. Vielleicht wird es also doch noch etwas mit der eigenen Poolbar.

Mögen die Spiele beginnen

Endlich, 2016! Damit hat mein Pokerelend vom letzten Jahr jetzt offiziell ein Ende. Zumindest auf dem Kalender. Vor ein paar Wochen ging auf den Bahamas das PokerStars Caribbean Adventure zu Ende, ein hochpreisiges Pokerturnier dessen Gewinner mit einer 6-stelligen Geldsumme die Heimreise antrat. Nur leider fehlte auf der Insel ein sehr wichtiges Detail: Ich! Nach meinem kleinen Gewinn im letzten Jahr sah ich mich auf dieser karibischen Insel schon cocktailschlürfend meinen neuen Status als Supernova feiern. Nur leider hatte ich letztes Jahr weder genügend Punkte dafür gesammelt, noch reicht der Rest meiner Cashgame-Bankroll momentan für einen einzigen Cocktail-Strohhalm.

Neues Jahr, neues Glück! So sagt man jedenfalls. Ob Fortuna und ich sich dieses Jahr besser vertragen muss sich allerdings erst noch herausstellen. Für mich steht jedenfalls fest, dass ich mich wieder mehr den Pokerturnieren widmen werde. Auf jeden Fall online und vielleicht auch im echten Leben.

Die meisten Turniere werde ich wohl im unteren Preissegment bis $11 spielen, allerdings auch wieder einige Satellites für die High Stakes Partien einstreuen. Im letzten Jahr gelang mir so der 17te Platz im Super Tuesday auf PokerStars, also warum nicht auch dieses Jahr? Zudem ist der Thursday Thrill mit seinen progressiven Kopfgeldern von anfangs $500 auch sehr attraktiv. Ach ja, und das Bounty Builder am Mittwoch darf natürlich nicht fehlen. Es gibt also einiges zu tun!

Trotz meiner Turnierpläne werde ich dem Cash Game aber bestimmt nicht untreu werden. Zoom-Poker ist weiterhin ein Thema für mich und zur Zeit scheinen viele neue Spieler unterwegs zu sein mit denen ich noch nicht das Vergnügen hatte.

Mögen die Spiele beginnen!

Over The Top

Seit meinem letzten Beitrag ist nun etwas Zeit vergangen und momentan komme ich mit meinem Ziel Supernova zu werden leider nur sehr schleppend voran. Genaugenommen sehe ich auf NL25 und NL50 keinerlei Chance für mich bis zum Ende diesen Jahres noch die fehlenden ~30.000 VPP zu erspielen, allerdings will ich mich auch nicht einfach so geschlagen geben.

Ich beschloss also die Risikoschraube etwas höher zu drehen. 30.000 Punkte, wie soll ich das nur anstellen? Der einfachste Weg ist natürlich auf einem höheren Limit zu spielen, aber die Bankroll ist leider endlich und hält nicht allzu viele Bad Beats aus. Ich habe mir also überlegt, dass ich versuche diesen Umstand mit einem kleineren Startstack zu kompensieren. Wer hat überhaupt festgelegt, man müsse sich immer sklavisch mit 100 Big Blinds an einen Tisch setzen? Mir sollen jetzt erst einmal 60 Big Blinds genügen und automatisch nachgeladen wird auch nicht. Natürlich muss ich am Tisch nun etwas besser aufpassen. Wie wäre es also nun mit NL100 oder NL200?

Die Idee ist bereits seit kurzem im Einsatz und momentan halte ich mich gewinnmäßig eher in der neutralen Zone auf. Sofern mir hier nicht noch irgendwelche Klingonen begegnen, kann es also ruhig so weitergehen. Hauptsache ich schaffe dieses Jahr noch die 30.000 Punkte. Diese Strategie kann ich natürlich nicht wirklich zum nachahmen empfehlen, aber mal schauen wie es sich für mich so entwickelt.

Die oberen Zeilen schrieb ich bereits vor einigen Wochen und es entwickelte sich natürlich so wie es kommen musste. Ich habe mich in der letzten Zeit nicht wirklich an irgendein Bankrollmanagement gehalten, sondern mich vielmehr von dem Ziel, den Supernova-Status zu erreichen, treiben lassen. Ein fataler Fehler, denn mein zu Anfang des Jahres gewonnenes Geld hat sich nun hiermit in Luft aufgelöst. Den Supernova-Status werde ich dieses Jahr leider nicht mehr erreichen.

Ich denke, man sollte so einen Status gar nicht mit aller Gewalt erspielen wollen, sondern ihn vielmehr nebenbei geschehen lassen. Wenn man sich erst einmal in das richtige Limit hochgespielt hat, dann kommt der Supernova-Status schon von ganz alleine. Lasst euch das gesagt sein! Ich für meinen Teil greife jetzt erstmal wieder bei den Turnieren an. Vielleicht gelingt mir ja wieder ein schöner Deep Run wie im letzten April.

Hai-Alarm auf Flixorca

Der Titel dieses Eintrags lässt schon nichts Gutes vermuten, und deutet auf den aktuellen Kurs meiner Bankroll hin. Es geht abwärts und aufgrund meiner Vorliebe für Zoom auch noch in einem schwindelerregenden Tempo. Fortuna hat mich in den letzten Wochen wohl deutlich übersehen. Möglicherweise liegt das aber auch nur an ihrer modischen Vorliebe für Augenbinden.

Zuerst lief es für mich nach dem damaligen Einstieg auf NL100 ja ganz gut. Egal was ich tat, ich konnte einfach nicht verlieren. Jeder Draw spülte nur noch weiteres Geld in meine Bankroll und zur Not reichte auch mal Ass-Hoch, um ein All-In zu gewinnen. Nach ein paar erfolgreichen Sessions hat sich bei mir aber wohl eine Art von Übermut eingeschlichen. Möglicherweise habe ich nach meinen Upswings ja einige Hände viel zu lässig überspielt. Die Gewinne haben mich vermutlich einfach blind für das Spiel gemacht, so als hätte ich jetzt selbst eine Augenbinde auf. Es ging bergab und ich überlegte, ob ich nicht vielleicht an den normalen Cash-Game-Tischen besser aufgehoben bin. Mit dieser Orientierungslosigkeit brauchte ich erneut dringend Unterstützung, um meinen Gewinnkompass wieder einzunorden. Ich wollte mich den Haien nicht kampflos zum Fraß vorwerfen.

Kurz entschlossen richtete ich einen Scheinwerfer auf den Himmel und projizierte ein riesiges X auf die gigantischen, trübgrauen Wolken über mir. Und siehe da: Der Kontakt war schnell wiederhergestellt. Felix „xflixx“ Schneiders war einmal mehr prompt zur Stelle, um mir aus der Misere zu helfen.

Gemeinsam analysierten wir einige Hände aus meiner Datenbank und sprachen über Potkontrolle. Es war wie immer ein nettes und aufschlussreiches Gespräch und nun hoffe ich, meinen Downswing möglichst schnell wieder umkehren zu können. Schließlich will ich dieses Jahr doch zum ersten Mal Supernova werden.

Momentan bin ich an den normalen Cash-Game-Tischen auf NL50 und NL25 unterwegs und das wird sicherlich kein Zuckerschlecken.

Wir sehen uns an den Tischen.

Pulp Twiction

Seit meinem letzten großen Coup im April ist nun wieder etwas Zeit vergangen. Ich spiele noch immer NL100 Zoom auf PokerStars, wobei ich experimentell auch gerne mal auf NL50 oder NL25 absteige, und habe mittlerweile sogar schon den Platinum-Status erreicht. Wenn sich alles wie erhofft weiter entwickelt, dann könnte ich dieses Jahr sogar noch als Supernova abschließen. Natürlich vorausgesetzt mit meiner Bankroll passiert mir nicht noch ein allzu fahrlässiger Schnitzer, aber ich denke, dass ich das soweit ausschließen kann. Ich wäre dann zum ersten Mal als Supernova auf PokerStars unterwegs und bin schon sehr gespannt, ob es mir tatsächlich gelingt dieses Jahr genügend Punkte zu sammeln. Momentan sieht es ganz gut aus.

Als ich zu Beginn diesen Jahres mit NL10 Zoom scheiterte und beschloss mir professionelle Hilfe zu holen, stieß ich bei meinen Recherchen nach PokerStars Pro Felix xflixx Schneiders natürlich auch auf seinen Twitch-Kanal. Twitch ist ein großes Portal im Internet, das Spielern die Möglichkeit bietet sich bei ihrer Lieblingsbeschäftigung live zusehen zu lassen. Poker ist dort erst seit einigen Monaten offiziell vertreten und so sprießen zur Zeit jede Menge Twitch-Pokerkanäle wie Pilze aus dem Boden. Streaming scheint generell und unabhängig von Twitch ein immer größeres Thema zu werden, denn immer mehr Leute fluten ihre ganz persönlichen Belanglosigkeiten in das weltweite Netzwerk. Und nun auch ich.

Ein Freund von mir, der kürzlich dort begann seine Hearthstone Partien zu streamen, brachte mich erst auf den Gedanken, es doch selbst einmal zu versuchen. Zur Zeit streame ich nun in unregelmäßigen Abständen meine Versuche im Turnierpoker den nächsten großen Wurf zu landen. Solch ein Deep Run, wie ich ihn zuletzt im Super Tuesday hatte, wäre live im Stream doch eine feine Sache.

Anfangs war es etwas schwierig mein kleines Publikum nicht direkt in einen komatösen Zustand zu versetzen, denn Turnierpoker ist sicherlich nicht das unterhaltsamste Format, vor allem nicht in den ersten Blindstufen. Momentan versuche ich deshalb die gespielten Hände so gut es geht zu kommentieren, auch wenn ich selbst gar nicht involviert bin. Ich denke, das ist für meine Zuschauer dann nicht ganz so langweilig, als wenn ich nur stumpf mein Spiel durchziehe und im Hintergrund leise die Grillen zirpen. Meine kleine Poker-Show hat mir so mittlerweile bereits über 40 Nutzer beschert, die meinem Kanal folgen und ich hoffe natürlich, diese Zahl mit meinen Plänen für die künftigen Streams noch weiter vergrößern zu können.

Wer mir gerne einmal zusehen möchte, der folgt mir am besten direkt auf meinem Twitch-Kanal twitch.tv/kartenzocker

Die große Dienstagsbambule

Wie ihr vielleicht noch aus meinem ersten Artikel wisst, habe ich zu Anfang diesen Jahres damit begonnen mich etwas intensiver mit dem Thema Bankrollmanagement beim Cash Game zu beschäftigen. Turniere habe ich dabei außen vor gelassen. Würde ich also etwas in einem Turnier gewinnen, dann nehme ich das Geld natürlich gerne in meine aktuelle Bankroll mit auf. Würde ich verlieren, dann zahle ich das Turnier-Buy-In halt einfach wieder ein. Diese Art der Handhabung kann ich allerdings nur jemandem empfehlen, der sich die Turniergelder außerhalb seiner Cash-Game-Bankroll auch leisten kann.

Natürlich würde ich am liebsten ganz groß gewinnen. Eine Platzierung in den Geldrängen beim Super Tuesday auf PokerStars wäre doch nett, dachte ich mir. Mit einem Startgeld von $1.050 liegt das Turnier jedoch oberhalb meiner Schmerzgrenze. Irgendwie wollte ich aber dennoch letzten Dienstag gerne daran teilnehmen und durchforstete das große Turnierangebot nach guten Möglichkeiten zur Qualifizierung. Ich wurde direkt fündig und fand zwei Satellite-Turniere für je $109. „Warum sich also nicht einfach qualifizieren und dann noch eine gute Platzierung erreichen?“, fragte ich mich. Und tatsächlich war diese Idee gar nicht so weit von der endgültigen Realität entfernt.

Mir gelang auf Anhieb die Qualifikation bei einem der beiden Satellite-Turniere. Insgesamt dauerte es ungefähr zweieinhalb Stunden bis ich mir meinen Eintritt in die ganz große Arena erspielt hatte. Es war kurz vor 20:00 Uhr und das Hauptspektakel sollte in nur wenigen Minuten beginnen. Ein ziemlicher Marathon könnte da vor mir liegen, denn meine Recherchen ergaben, dass die Geldränge beim Super Tuesday meistens erst nach ca. 5,5 Stunden erreicht sind. Ich müsste also ungefähr bis um 01:30 Uhr durchhalten, um einen schönen Profit mitnehmen zu können.

Ich war schon etwas aufgeregt und wollte es natürlich nicht direkt zu Beginn versauen. Ich wollte mein bestes Turnierpoker spielen und mich so weit oben wie möglich in den Geldrängen platzieren. Es war ein ziemlich hartes Match für mich und man kann davon ausgehen, dass sich bei diesem hochpreisigen Turnier einige Pokerprofis regelmäßig die Ehre geben.

Am Ende hielt ich nicht nur bis um 01:30 Uhr durch, sondern saß sogar noch bis um 03:30 Uhr an meinem Schreibtisch. Der Blick auf die Uhr ließ mich direkt stöhnen, denn ich stehe normalerweise täglich um 06:00 Uhr morgens auf, um mich nach einem kleinen Frühstück zur Arbeit zu schleppen. Ich beendete den Super Tuesday vollkommen übermüdet mit einem stolzen 17ten Platz.

Ein großartiges Ergebnis und ein richtiger Booster für meine Bankroll. Natürlich wäre ich gerne noch weiter gekommen, aber das Resultat kann sich hier mehr als sehen lassen. Ich hatte mich tapfer durch das 616 Spieler große Teilnehmerfeld gekämpft und dabei so manchem Pro die Stirn geboten. Die Satellite-Turniere der kommenden Tage stehen bei mir schon jetzt auf dem Stundenplan. Und was das Cash Game angeht, findet man mich ab sofort bei NL100 Zoom auf PokerStars.

Flixi Colonia

Seit meinem letzten Skype-Termin mit Felix sind mittlerweile ein paar Wochen vergangen und ich konnte mir seitdem erfreulicherweise einige Dollar Profit erspielen. Mein Ziel ist zwar noch immer in weiter Ferne, aber ich habe keineswegs vor aufzugeben.

Felix, oder Flix wie ihn die meisten einfach nur nennen, fragte mich vor kurzem, ob ich nicht Lust hätte ihn mal in seinem Büro in Köln zu besuchen. Von meinem Wohnort ist das eine gute zweistündige Autofahrt entfernt und die meisten hätten sicherlich kein Problem damit gehabt. Für mich und meinen knapp acht Jahre alten Kleinwagen bedeutet dies jedoch eine halbe Weltreise. Unter normalen Umständen hätte ich mir vermutlich genau überlegt, ob ich zu diesem Abenteuer überhaupt antreten will. Wie es der Zufall jedoch so will war letztes Wochenende ein Besuch bei meinen Eltern im Ruhrgebiet geplant. Köln liegt damit grob auf dem Rückweg, also beschloss ich einfach der Einladung zu folgen, um Felix einmal persönlich kennenzulernen.

Die Anreise verlief überaus unproblematisch und sein Hauptquartier war auch relativ schnell gefunden, denn es liegt in unmittelbarer Nähe zum Kölner Dom. Genauer gesagt, liegt es direkt neben dem Kölner Dom. Allein die Parkplatzsuche gestaltet sich in der Kölner Innenstadt etwas schwierig, so dass ich beschloss mir einfach am Bahnhof einen Stellplatz für einen Tag zu nehmen. Die Kosten für ein solches Tagesticket halten sich dabei mit 14,- € in überschaubaren Grenzen.

Am Ziel angekommen ging es dann auch direkt schon los. Wir waren fünf Gäste in Felix‘ Büro und auf dem Plan stand zu allererst ein simuliertes Live Cash Game im Vegas Style. Auf letzteren Zusatz legte Felix besonders viel wert, wobei ich hierbei die knapp bekleidete Bedienung sowie ein spektakuläres Wasserfontänenspiel vor dem Büro mehr als vermisst habe. So kannte ich es jedenfalls selbst aus Las Vegas. Jeder bekam nun eine Menge bunter Chips ohne aufgedruckten Gegenwert. Die Farbe allein bestimmte die Wertigkeit und so hatte jeder Spieler 500 in Chips. Gespielt wurde mit Blinds von 1 und 2.

Einige von uns spielten tight und einige wiederum sehr loose. Als Spielertypen waren wir genauso bunt gemischt wie die Chips, die gerade vor uns standen. Jeder spielte sein Spiel und bei besonders interessanten Händen wurde kurz unterbrochen. Als aktiver Spieler sollte man dann zuerst analysieren was der Gegner gespielt haben könnte, anschließend wurde aufgedeckt und diskutiert.

In unserer Live-Partie hatte ich dann folgende interessante Hand: Ich saß im Big Blind und hielt 8♠2♠.  Aus dem Cut Off heraus erhöhte ein aus meiner Sicht looser Spieler auf Sieben. Der Button sowie der Small Blind bezahlte und als vierter Mann im Bunde wollte ich für den Preis ebenfalls einen Flop sehen. Es gab 9♣2♦5♦. Ich traf also eine weitere Zwei, und hielt somit das kleinstmögliche Pärchen. Wir checkten alle bis zum Aggressor, der den Flop dann wie gewohnt anspielte. Ich blieb als einziger übrig und dachte mir nur: So loose wie ich ihn einschätze, muss sein Einsatz am Flop nicht unbedingt etwas bedeuten. Ich beschloss mit meinem Treffer zu bezahlen, um die Situation dann am Turn neu zu bewerten. Die 8♦ brachte mir direkt das zweite Paar und ließ mich kurzfristig erleichtert aufatmen. Es war allerdings durchaus möglich, dass sich mein Gegner mit dieser Karte ebenfalls verbessert hat und meine beiden Paare zwar schön aussehen, aber leider nicht viel wert sind. Ich blieb weiterhin passiv und checkte. Die Erinnerung an die weitere Turn-Action ist leider etwas verblasst, aber ich meine mich zu erinnern, dass mein Gegner die Runde ebenfalls ohne eine Aktion zu Ende brachte. Wir landeten somit beide am River, und sahen die 2♣. Für mich die perfekte Karte, denn ich war mir nun sicher hier die beste Hand zu halten. Ich ließ einige Zeit verstreichen und spielte dann relativ groß an. Keinesfalls wollte ich, dass mein Gegner davon kommt ohne noch weitere Chips in die Mitte schieben zu müssen. Hätte ich hier wieder gecheckt, dann wäre mir vermutlich weiterer Profit entgangen. Mein Gegner überlegte etwas, und entschloss sich dann zu bezahlen. Nach einer kleinen Diskussionsrunde zeigte ich dann mein Full House, welches wie erwartet niemand bei mir vermutet hatte. Bei meinem Gegner lag zu meiner Überraschung eine Straight, die er bereits am Turn traf. Ich gewann somit und nahm den Pot an mich.

Nach unserer Live-Partie gab es eine kleine Pause und einige von uns folgten Felix in die Kaffeebud um sich der Kaffe in der Kopp zu schüdde. Oder für alle, die nicht so sehr mit der kölschen Mundart vertraut sind: Man traf sich bei Starbucks. Im Anschluss stand dann der Online-Teil auf dem Stundenplan und jeder durfte sich einmal beim Spiel über die Schulter schauen lassen. Die ganze Gruppe verfolgte gespannt jede Hand und kommentierte mit zahlreichen Analysen das gesamte Spiel. Ich war der Erste und gab einige Minuten lang 6-Max-Zoom zum besten.

Der weitere Abend sollte dann mit einem gemeinsamen Sonntags-Grind beendet werden. Ich verabschiedete mich jedoch vorzeitig, um die Rückfahrt von zwei Stunden in meiner koreanischen Klapperkiste nicht in der Nacht zurücklegen zu müssen. Außerdem wollte ich noch das ein oder andere Sonntagsturnier ohne Unterbrechung spielen.

Zu guter letzt bleibt mir nur noch zu sagen, dass es ein durchaus interessanter Tag in Köln war. Wir hatten alle eine Menge Spaß und wer Felix bei seinem Seminar noch nicht persönlich kennengelernt hat, dem kann ich nur sagen:

Da simmer dabei! Dat is prima! FLIXI COLONIA!

Alarm für Flix Cobra

Im Januar diesen Jahres startete ich mit einem Überschuss an Motivation und einem guten Gefühl in ein neues Pokerjahr. Der Vormonat verlief für mich relativ erfreulich, denn ich konnte unter anderem einen schönen Turniergewinn einstreichen, der meine Pokerleidenschaft auf ein Neues intensivierte.

Ich spiele nun bereits seit vielen Jahren Poker, genauer gesagt seit neun Jahren. In dieser ganzen Zeit galt meine Begeisterung überwiegend den Turnieren, wobei durchaus auch immer ein großes Interesse am Cash Game bestand. Leider konnte ich in dieser Sparte nie so richtig Fuß fassen, denn es gelang mir einfach nicht dauerhaft profitabel zu spielen. Dies wollte ich nun ändern.

Beflügelt von dem letzten Monat begann ich also erneut damit alle möglichen Informationen aus dem Internet aufzusaugen. Ich erinnerte mich an Felix Schneiders, dem deutschen Online-Profi aus der PokerStars-Riege, der mir bereits vor ein paar Jahren aufgefallen war, als er versuchte sich mit seiner Grinding It Up Challenge von $80 auf $8.000 hochzuspielen. Meinen Selbstversuch zu diesem Thema hatte ich damals nach einigen ernüchternden Verlusten ziemlich schnell wieder verworfen. Vielleicht lag mein Scheitern ja an meinem nicht vorhandenen Bankrollmanagement, oder ich war im Cash Game auch einfach nur zu schlecht. Dieses Mal sollte es aber unbedingt anders laufen, denn ich beschloss mich erneut auf die Probe zu stellen. Ich zahlte ebenfalls $80 ein und wollte mich im 6-Max-Zoom-Poker in höhere Sphären spielen. In den Micro-Limits zu bestehen erschien mir mehr als lächerlich und ich sah mich schon in einer Sonnenliege auf den Bahamas einen Cocktail schlürfen.

Die fantasielose Realität sah natürlich deutlich anders aus. Anstatt von knapp bekleideten Bikinischönheiten mit maritimen Köstlichkeiten gefüttert zu werden, saß ich nun unrasiert an meinem Schreibtisch und spielte das niedrigste Limit, das mir zur Verfügung stand. Es ging in mühsamen Schritten von $0,02 voran und ich bezweifle, dass ich mir von dem erspielten Profit auch nur eines dieser bunten Schirmchen für meinen Wunschcocktail hätte leisten können. Irgendwie musste sich diese Challenge doch beschleunigen lassen.

Früher hatte ich mich um solche Dinge wie Bankrollmanagement nie gekümmert. Wenn das Geld zum spielen da war, dann habe ich eben gespielt. Und wenn nicht, dann eben nicht. Ich hätte dieses Jahr auch problemlos mehr Geld einzahlen und direkt auf einem höheren Limit starten können. Mein Ehrgeiz ließ mich jedoch ganz unten beginnen. Ich wollte mich hochkämpfen und mir selbst beweisen, dass ich es kann. Nach ein paar Tagen des nüchternen Spielens erschien mir ganz unten anzufangen jedoch so weit von meinem Ziel entfernt, dass ich Befürchtungen hatte es zu Lebzeiten nicht mehr zu erreichen. Schließlich bin ich schon fast 37 Jahre alt. Ich beschloss also mithilfe einer kleinen Finanzspritze ein paar der langweiligen Level zu überspringen und direkt mit $400 weiterzuspielen. Fortan ging es also in Schritten von $0,10 und an zwei Tischen gleichzeitig voran, und damit 10-mal schneller als zuvor. Bahamas, ich komme!

Die ersten Wochen vergingen und ich saß noch immer unrasiert an meinem Schreibtisch. Anstelle von Cocktails gab es Cola Zero und ich hatte mittlerweile einen dreistelligen Betrag verspielt. Wohlgemerkt an Tischen an denen man sich mit maximal $10 hinsetzt, um dann meistens um kleine, zweistellige Centbeträge zu spielen. Ich hatte diese Micro-Limits deutlich unterschätzt! Irgendetwas machte ich definitiv verkehrt, aber alleine war ich nicht in der Lage herauszufinden wo meine Fehler liegen. Ich wollte dieses Limit schlagen, aber ich brauchte dringend Hilfe.

Von Selbstzweifeln geplagt, musste ich erneut an unseren deutschen Online-Profi Felix denken. Er hatte es schließlich schon einmal geschafft sich durch die Limits zu kämpfen und ich dachte mir, er ist bestimmt genau der Richtige, um mich bei meiner Mission zu unterstützen. Tatsächlich gestaltete sich die Kontaktaufnahme per Internet überaus simpel. Nach einem kurzen Skype-Chat war auch schon ein passender Termin gefunden und ich sah meinem ersten Poker-Coaching erwartungsvoll entgegen.

Jemand sagte mir zu der Zeit: „Such dir mal lieber jemanden, der das Game auch wirklich schlagen kann!“ Nun kann man von Felix natürlich halten was man will. Für mich stand jedoch fest, dass er für die Micro-Limits genau der Richtige ist. Schließlich hatte er es ja schon einmal vorgemacht. Übrigens ist er ein wirklich netter Kerl und auch immer sehr bemüht. Vermutlich ist für höhere Limits ja tatsächlich ein anderer Trainer besser geeignet, aber ich wollte hier nicht um Einsätze jenseits des Bruttosozialproduktes spielen, sondern mich vielmehr auf den Gegenwert eines Pausenbrotes mit Vanillemilch konzentrieren.

Mittlerweile habe ich Felix‘ Dienste einige Male in Anspruch genommen und was soll ich sagen? Seine strategischen Tipps und sein Training im Allgemeinen haben mir durchaus geholfen mein Spiel zu verbessern. Wir haben viele Hände gemeinsam analysiert und dadurch relativ schnell einige Fehler erkennen können. Seine wertvollen Hinweise haben mir zudem gezeigt wie ich auch in Zukunft mein Spiel selbst analysieren und mich noch weiter verbessern kann. Jetzt gerade sitze ich wieder unrasiert an meinem Schreibtisch und kämpfe mich weiterhin nach oben. Von der Vanillemilch bis zum Wunschcocktail ist es noch ein weiter Weg.